Kategorie: Reiseberichte

Reiki Alliance Konferenz auf Lanzerote

Im Mai habe ich die Reiki Alliance Konferenz auf Lanzerote besucht und die folgenden Bilder mitgebracht.

OGM Retreat 2011 – Einmal nach Hause und zurück

Heiss schlägt mir die Wüstenluft in Phoenix entgegen, es ist 20 Uhr und nach 16 Stunden Flug kann ich endlich in den Shuttle nach Tucson einsteigen. Ich bin aufgeregt, endlich wieder liebgewonnene Reikianer treffen und v.a. das Gelände kennen lernen auf dem das Reiki Home entstehen soll. Gekühlte Wasserflaschen werden verteilt, der Busfahrer lockert die Stimmung. Back in the USA! Nirgendwo auf der Welt wird Dienstleistung und Freundlichkeit so groß geschrieben wie hier. Riesige Leuchtreklamen lachen mich an, von der Landschaft ist in der Dunkelheit nicht viel zu erkennen, doch nach knapp 2 Stunden Fahrt ist endlich die Bushaltestelle erreicht, an der mich Gilberto und Lars schon erwarten – und nur ein wenig später die Ranch.

Mein Herz schlägt höher, beim ersten Betreten spüre ich die gewaltige Energie dieses Ortes. Und schon bald mixt mir Krishna einen Margherita und wir sitzen gemütlich plauschend am Pool mit Catherina. Die anderen Gäste von Phyllis Geburtstagsfeier haben sich schon zur Nachtruhe in die gemütlichen Casitas verzogen. Es verspricht eine intensive und interessante Zeit zu werden. Casita ist spanisch für „kleine Häuschen“. Auf der Ranch gibt es mehrere davon, in denen wir meistens zu zweit oder zu dritt untergebracht sind. Sie haben alle ein eigenes Bad, Veranda und erinnern von der Einrichtung her an die goldenen 30er Jahre. Schon damals war die Ranch ein beliebter Ferienort, eine Dude (Kumpel)-Ranch, auf der sich die Farmer trafen um Urlaub zu machen. Vieles zeugt noch von dieser Zeit, die kleine Sattelkammer- auch wenn derzeit keine Pferde vorhanden sind-, das Schwimmbecken, der „Hot Tub“ (eine Art Warmwasser Whirlpool), das Esszimmer, die kleine Bibliothek- alles lädt zum Verweilen ein- aber am beeindruckendsten ist die umliegende Landschaft. Gefahren lauern überall, gewöhnungsbedürftig- zumindest für einige von uns Europäern- aber das ist schnell vergessen: Skorpione, Taranteln und alles mögliche an Wüstentieren- eine wirkliche Gefahr besteht nicht, wenn man achtsam ist. Und dann gibt es die vielen Kleinigkeiten, die liebevoll überall angebracht sind, kleine Buddha Figuren, wunderschöne Blumenbeete, Roadrunner die ungezwungen durch die Landschaft eilen, Riesenkröten, die sich hier richtig wohl zu fühlen scheinen, bunt schillernde Heuschrecken und vieles mehr. Es ist wirklich ein Paradies, die Blütenpracht der Natur hebt sich malerisch von der kargen Wüstenlandschaft ab.

Auch wenn es nicht eingeplant war, ist schnell klar, dass wir alle für das Thema „Reiki-Home“ brennen. Letztes Jahr ist es angesprochen worden und seither ist viel passiert. (mehr dazu könnt ihr auch erfahren, wenn ihr Catherinas Interview auf Krishnas Webseite zuhört oder die Webseite www.reikihome.org besucht. Die Inhalte sind dort auch auf Deutsch übersetzt).

Phyllis hat die sogenannte „home group“ um sich versammelt, um das Reiki-Home Projekt zu materialisieren. Dahinter steckt die Idee, das wir einhellig letztes Jahr den Traum hatten, ein solches entstehen zu lassen. Ein „zu Hause“ für Reiki an einem physischen Ort. Im Laufe unserer Sitzungen haben wir uns mit vielen Fragen auseinandergesetzt, die damit zusammenhängen, oder die problematisch werden könnten, die Home Group zu Ihren Ideen und Fortschritten befragt und ergründet was uns wichtig ist.

Primär geht es darum einen Ort zu schaffen, an dem sich jeder Reiki-Praktizierende intensiver mit Reiki verbinden kann. Das ist gerade in unserer mündlichen Tradition ein schöner Gedanke. Es soll ein Archiv geben, in dem Meister ihre Unterlagen und Erinnerungsstücke ausstellen können, ideal um sich innerhalb unserer mündlichen Tradition selbst ein Bild von Usui Shiki Ryoho und der Entwicklungsgeschichte von Reiki zu machen. Viel ist schon geschrieben worden- und nicht alles ist objektiv richtig, aber wie heisst es so schön: „je näher die Quelle, desto reiner der Strom“ und nicht nur in diesem Sinne soll dieser Ort als Quelle dienen. Ein Quell der Erholung, Fortbildung oder einfach der Freundschaft, mit der Möglichkeit Phyllis und andere Meister kennenzulernen, aus Ihren Erfahrungen zu schöpfen, Kurse zu besuchen, vorrangig in Reiki aber auch in anderen Formen der alternativen Heilkünste, andere Reikianer kennenzulernen. Alles aufzuzählen würde den Raum sprengen, aber es ist ein wunderbarer Traum der sich dort manifestieren will.

Die Entscheidung für die Ranch wurde schon im Vorjahr gefällt, weil die Vorbesitzer diese gerne zu treuen Händen weitergeben möchten, auch wenn derzeit noch an der Finanzierung des Projekts gearbeitet wird. Ziel ist es das Ganze mit Spenden zu finanzieren, sprich jeder kann einen Beitrag dazu leisten – mehr dazu könnt ihr auf www.reikihome.org erfahren. Wir arbeiten gerade auch an der Absetzbarkeit der Spenden in Deutschland. Geplant sind ausserdem Videoübertragungen und vieles mehr, an denen jeder partizipieren kann, auch wenn es finanziell nicht möglich sein sollte nach Arizona zu reisen.

Ein weiteres Highlight mit dem wir uns intensiv auseinandergesetzt haben ist die Zusammenarbeit mit der Regenesis Group (http://regenesisgroup.com/). Ein Tag unserer Sitzungen war speziell dafür gewidmet die Gruppe und ihre Ideen kennenzulernen- es war sehr bereichernd und inspirierend. Die Idee ist es, das ganze Konzept des Reiki Home im Einklang mit der Natur aufzubauen, d.h. die umliegenden Landschaft soll wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu bringen und das ökologische Gleichgewicht zwischen Flora, Fauna und Mensch wieder hergestellt werden. Es klingt unglaublich, aber die Regenesisgroup hat sich darauf spezialisiert und uns gezeigt was möglich sein wird. Viel ist zerstört worden durch die Ausbeutung des Landes- das Reiki-Home Projekt soll ein Vorzeigemodell dafür werden, dass es möglich ist, ganzheitlich im Einklang mit der Natur zu leben- und uns hat der Gedanke infiziert.

Wir haben uns im Zuge dessen auch das Land der Ranch näher angeschaut, sind einmal durch das ausgetrocknete Flussbett gelaufen, in dem Dank der Bemühungen der Reiki-Gemeinschaft bald wieder ein Fluss fliessen wird, haben einen Platz erkundet, an dem ein Medizinrad aufgebaut ist. Das Land wird noch von einem „hauseigenen“ Schamanen betreut, den ich leider nicht kennengelernt habe, aber der viele der OGM-Teilnehmer bei der Zeremonie zu Ehren von Phyllis Geburtstag gesegnet hat.

Abends haben wir ausgelassen gefeiert, viele am Pool- andere wie ich mit Tim, der wie Joyce, die derzeit die Ranch verwaltet, einer der vielen helfenden Hände war,die im Hintergrund für unser Wohlbefinden und leibliches Wohl gesorgt haben.

Daran denke ich heute noch besonders gerne zurück, mit guten Freunden zusammensitzen, die Nächte viel zu kurz, die Tage für Körper, Geist, Seele und spirituell unglaublich bereichernd, das Auskommen produktiv. Was kann es besseres geben! Ich freue mich zumindest auf das nächste Jahr- und darauf bald die Reiki-Ranch in Blüte zu sehen- Dank der vielen helfenden Reiki-Hände und Spender!

Quer durch Arizona zum OGM

Diesen Satz und die Hitze werde ich nie vergessen: „Vor zwei Wochen hatten wir hier noch 121°.“ Das sagte der Verkäufer in der Trading Post mitten in der Mohave-Wüste. Mir reichte es so wie es war schon vollkommen. Puh! Krishna und ich sind gerade auf unserem Weg von Las Vegas zurück nach Phoenix, wo unsere Reise genau diese zwei Wochen zuvor begann.

Die dänische Reiki-Meisterin Catherina Severin hatte uns nach Scottsdale eingeladen, um von dort aus unsere Rundreise zu beginnen und um anschließend am OGM in Tubac, im Süden Arizonas, teilzunehmen. Sie hieß uns herzlich willkommen in ihrem gemütlichen und angenehm klimatisierten Bungalow. Draußen herrschte Beton-Hitze, ich hatte nach zehn Minuten das Gefühl keine Luft mehr zu kriegen. Die Luft steht dort unbeweglich und schwer. Zum Atmen muss man sich regelrecht auffordern. Trotzdem verbrachten wir drei entspannte und interessante Tage, dort in der Mitte Arizonas. Wir aßen in urigen Westernkneipen und bestaunten die unglaubliche Landschaft dieser Gegend.

Bevor wir uns auf den Weg nach Sedona machten, besichtigten wir „Taliesin West“ des berühmten Architekten Frank Lloyd Wright, ein Wohn- und Atelierhaus mit Swimming Pool und Mensa mitten in der Wüste. Als das Haus in den 30er Jahren gebaut wurde, existierte hier weder irgendeine Straße, noch wohnte irgendjemand in der Nähe. Heute werden dort Architekten ausgebildet. Allerdings nicht während der Hitze des Sommers.

Am Nachmittag in Sedona, wesentlicher höher gelegen, waren die Temperaturen angenehm. Dieser Ort ist einmalig. Einerseits ist die Lage zwischen roten Bergen faszinierend, andererseits sind mir noch nie so viele Esoterikläden und spirituelle Gestalten begegnet wie dort; Feen, Kobolde und Aliens scheinen sich hier ‚Gute Nacht‘ zu sagen.

In ziemlichem Kontrast dazu stand unser nächster Zwischenstopp in Williams an der Route 66. Nach einer Nacht in einem indisch geführten und sehr gewöhnungsbedürftigen Motel fuhren wir an einer meilenweiten Autoshow vorbei. Aus den ganzen USA kommen hier an jedem Wochenende im Sommer Autofreaks, um ihre Wagen, mit vor Stolz geschwellter Brust Staub wischend, zur Schau zu stellen. Und ebenso viele Freaks kommen, um an diesen Oldtimern in ihren eigenen Wagen sitzend, heraus staunend, vorbei zu cruisen – The American Way of Life.

Von Williams war es nur ein kurzer Weg zum Grand Canyon. Am letzten Aussichtspunkt ‚Desert View‘ verschlug es uns beiden doch die Sprache. Die Aussicht war umwerfend und gewaltig. Wie fast überall in Arizona passte hier aber das Wort ‚riesig‘ am zutreffendsten.

Über Cameron und Page am Lake Powell gelangten wir zum Antelope Canyon, der für seine traumhaften Lichteffekte berühmt ist. Dieser Canyon gehört nicht zu einem Nationalpark, sondern ist nur mit einem einheimischen Navajo-Indianer als Guide zu besichtigen. Die Farben waren unglaublich.

Nachdem wir in den letzten Tagen täglich den Ort gewechselt haben, bleiben wir im Marble Canyon zwei Nächte am selben Ort. Diese Verschnaufpause tut uns beiden gut. Mitten in der Wüste in einer alten Poststation mit einem kleinen Garten vor den Zimmer-Terrassen. Hier entschieden wir uns schließlich über zwei Nationalparks im Bundesstaat Utah nach Las Vegas zu fahren.

Der Bryce Canyon in der Mormonenhochburg Utah sah aus wie eine Miniaturlandschaft für eine Spielzeugeisenbahn. Tannenbäumchen hier, kleine Felsformationen dort. Die Formen sind einmalig in der Welt. Leider war weder die Temperatur noch genug Zeit vorhanden, um eine Wanderung ins Tal zu unternehmen.

Wenige Meilen westlich liegt der Zion National Park. Mitten auf der Straße mussten wir Eintritt bezahlen oder einen Umweg von vielen Meilen in Kauf nehmen. Doch die Fahrt mitten durch hat sich gelohnt.

Las Vegas. Tja, zwei Nächte ist ok, aber keinen Tag länger. Trotz großer Hitze laufen haufenweise Menschen draußen herum, um sich anschließend in einem der riesigen Hotels wieder abzukühlen. Tausende von Spielautomaten und zahlreiche Shows locken mit ihren Verführungen. Diese Stadt ist wie ein großer Europapark für Erwachsene.

Der direkteste Weg von Las Vegas zurück nach Phoenix geht quer durch die Mohave-Wüste. Sieben Stunden nichts als Kakteen, kahle Berge und schwarzer Asphalt. Beim Verlassen der Trading Post komme ich an einer Vitrine vorbei. Brauche ich noch einen Schlüsselanhänger mit einem Klapperschlangenschwanz oder eine Brieftasche aus Schlangenleder? Wir sind im wilden Westen.

Das OGM-Retreat findet in diesem Jahr auf der Kenyon Ranch in Tubac statt. Fast fünfzig Meister und Meister-Kandidaten aus aller Welt treffen sich, um eine knappe Woche die Arbeit von Phyllis Furumoto und Paul Mitchell zu inspirieren und zu unterstützen. Es sind wie im letzten Jahr sehr intensive und bereichernde Tage voller Energie. Reiki fließt. In diesem Jahr steht das Reiki-Home im Mittelpunkt. Wie kann die Ranch zu einem Ort werden, an dem die Tradition Usuis, Hayashis und Takatas geehrt und weitergeführt wird? Wie kann ein solcher Ort aussehen? Neben all der Arbeit behandeln wir uns täglich gegenseitig mit Reiki und genießen die Gemeinschaft beim Essen und in Gesprächen und den Ort im Pool oder auf den zahlreichen Terrassen.

Ein Baustein der kommenden Arbeiten ist das Regenesis-Projekt, das sich mit der Frage beschäftigt, wie die Natur in ihre Ursprünglichkeit trotz oder sogar mit Hilfe von Bepflanzung und Bebauung zurückgeführt werden kann? Die Reiki-Praktizierende Kate stellte ihre Arbeit in diesem Bereich vor und lud Krishna und mich im Anschluss an das OGM zu sich nach Patagonia weiter im Osten Arizonas ein.

Kates Haus ist wohl eines der wenigen Häuser in Arizona, das ohne Klimaanlage auskommt. Schatten spendende Bäume und die Bauweise des Hauses führen zu einer akzeptablen Temperatur, so dass Deckenventilatoren für genügend Erfrischung sorgen können. In jahrelanger Arbeit schuf Kate zahlreiche Biotope in ihrem Garten, die es z. B. Kolibris ermöglichen sich hier wohl zu fühlen. Die Bepflanzungen sind außerdem so angelegt, dass die Wasserversorgung der Wurzeln trotz geringer Niederschlagsmengen durch geschickte Platzierung und Auswahl der Pflanzen gewährleistet ist. In diesem Garten sieht man, welche Vielfalt in Arizona möglich ist.

Auch in diesem Jahr war die Reise zum OGM wieder eine große Bereicherung. Ich tauche immer mehr und tiefer in die Reiki-Energie ein. Gut.

Rainers Bericht vom Reiki-Festival

Bewegung berührt, Berührung bewegt …

… war das Motto des diesjährigen Festivals. Was mich am meisten bewegt hat? Die Berührung, und zwar bei den beiden gemeinsamen Reikiaustauschtreffen. Eine zufällige gebildete Dreiergruppe, jeder mit seinen unterschiedlichen Lebenserfahrungen, doch in diesem Moment nur lieber Mitmensch und Kanal, der den anderen berührt. Was ich vor meinem inneren Auge sehen konnte, hat mich persönlich bewegt und in mir wieder mal einen wunderbaren inneren Prozess angestoßen. Danke Euch beiden Hübschen.

Unsere dynamische Organisationscrew incl. Krishna hat sich so manche Überraschung ausgedacht und so war es wieder ein schönes Wochenende mit vielen alten und neuen Kontakten, viel Herz und Bewegung, wo auch immer; im Innen und im Außen.

Rainer

Reise nach Kanada Herbst 2010

Eine Bilder Galerie.

Reiki Festival Gersfeld 2010

Seit nun mehr 18 Jahren verwandelt sich die kleine Stadt Gersfeld in einen Treffpunkt für Reikianer aller Richtungen – so auch diesen Herbst. Gut, wer sich schon früh um Übernachtungsmöglichkeiten gekümmert hat. Das Motto des diesjährigen Festivals „Reiki Wurzeln – Reiki Flügel“ lockte Reikianer aus ganz Deutschland und den Niederlanden in die liebevoll dekorierte Stadthalle, um ein Wochenende der besonderen Art zu erleben …

Ich selbst war zum ersten Mal auf diesem Festival und natürlich neugierig was sich mir bieten würde. Schon beim Eintritt in die Halle war ich hingerissen von dem Gefühl des „Einsseins“ das sich augenblicklich einstellte, es war wie ein eintauchen in die Stimmung eines harmonischen Familienfests bei dem jeder genau so wie er ist, geliebt und respektiert wird.

Ein Familienfest im weitesten Sinne wurde es dann auch, drei Reikimeister-Generationen liessen uns an ihren Erfahrungen teilhaben und beantworteten unsere Fragen: Mary Mc Fadyen, eine der 22 Meister die noch von Hawayo Takata eingeweiht wurde und in Hamburg das erste Reikiseminar auf europäischem Boden gegeben hat; ihre Schülerin Brigitte Müller, die Reiki nach Deutschland brachte und massgeblich an der Verbreitung von Reiki mitgewirkt hat – sowie Jule-Erina van Calker, der es zu verdanken ist, dass Reiki unter abenteuerlichen Bedingungen auch in der damaligen DDR Einzug halten konnte. Drei Pionierinnen, drei Geschichten – jede für sich auf eine andere Art ergreifend, berührend, inspirierend, für mich das Highlight des Festivals. Bunte Flügel, die durch starke Reikiwurzeln verbunden sind, starke Wurzeln, die viele von uns beflügelt haben.

Monika Hill, Fokke Brink, Krishna Kloers und Janina Köck führten uns mit viel Humor durch das abwechslungsreiche Programm. Die spannenden Erzählungen der drei Ehrengäste wurden abgewechselt von Workshops, an denen wir je nach Gusto über zwei Tage verteilt teilnehmen konnten und von Meditationsrunden, Gesang und natürlich Reikibehandlungen. Es war ein besonderes Gefühl in das Energiefeld zu tauchen, dass sich durch das gemeinsame Behandeln beim Klang der live Musik von Harfe, Bratsche und Klavier ergab.

Bereichernd waren auch die vielen Workshops, an denen wir teilnehmen konnten, es war schwer sich zu entscheiden – ein Glück, dass in den Pausen genügend Zeit blieb, um sich ausgiebig auszutauschen aber auch neue Kontakte zu knüpfen und alte wieder aufzufrischen. Im Stadtpark wurde musiziert, ein kleiner Reikimarkt lud dazu ein unterschiedlichste Produkte zu kaufen, sich über neueste Forschungen zu informieren oder aber einfach darüber zu schlendern und die Arbeit der Einzelnen Aussteller zu bewundern.

Abends schwang auch Mary McFadyen mit uns das Tanzbein und steckte uns alle mit ihrer Lebensfreude an, andere liessen die Tage in geselliger Runde in der anliegenden Gaststätte ausklingen.

Es fiel schwer Abschied zu nehmen, als wir uns zu einem letzten gemeinsamen Kreis zusammenfanden, den Organisatoren, Gästen und auch Maria Kumb, die leider beim diesjährigen Festival nicht anwesend sein konnte, dankten und in der Hoffnung schwelgten uns spätestens im nächsten Jahr wieder zu treffen.

Mit welchem Motto wir zu rechnen haben steht noch nicht fest, nur eines ist sicher: es wird bestimmt wieder bunt und energiegeladen, so bunt wie das Reikivolk selbst.

Mit Reiki auf wundersamen Wegen

Text von Astrid M. Bagwitz

Als Krishna Lars und mich fragte ob wir nicht Lust hätten, einen Reiki-Ausflug auf den Nordamerikanischen Kontinent zu machen, waren wir sofort Feuer und Flamme. Die Programmpunkte der Reise sind beflügelnd: ein Besuch bei Wanja Twan, eine der 22 Reikilehrer die Hawayo Takata ausgebildet hat, Teilnahme an einem Fest der First Nations und die Möglichkeit weitere renommierte Reikimeister, wie Hawayo Takatas Enkeltochter und aktuelle Linienträgerin Phyllis Lei Furumoto, sowie andere Reikischüler auf dem OGM-Retreat in Idaho zu treffen und von ihnen zu lernen.

Am Flughafen von Spokane treten Krishna und ich direkt nach unserer Ankunft die Fahrt gen Kanada an, Lars wird erst später zu uns stoßen. Wir sausen durch die Steppe und später durch saftig grüne Täler in denen Elche und Rehe grasen, durch dichtbewaldete Wälder, vorbei an Seen und Flüssen, die sich malerisch zwischen den Gipfeln der Berge wiegen. Erst in Ymir, einer kleinen Stadt in den Kootenays gönnen wir uns eine kurze Kaffeepause. Ich frage mich wie es hier wohl zu Zeiten des Goldrausches gewesen sein mag während langsam die Dunkelheit einbricht. Die kurze Pause tut gut, wir sind schon über 24 Stunden auf den Beinen, allerdings geraten wir inzwischen unter Zeitdruck, da wir Wanja nicht warten lassen wollen. Nach einem kleinen unfreiwilligen Abstecher durch Nelson erreichen wir endlich Kaslo, meine Vorfreude und Aufregung steigt.

Wanja ist eine wunderbare Geschichtenerzählerin, wir hören Anekdoten von umtriebigen Bären, vom Alltagsleben in Kanada und natürlich auch Reiki-Geschichten, von den Zeiten als Wanja Mrs. Takata trifft und von ihren eigenen Erfahrungen mit Reiki. Nur schwer können wir uns lösen, aber die Müdigkeit hat uns doch alle eingeholt, ich krieche überglücklich in meinen Schlafsack …

Schon früh auf den Beinen werde ich von der wunderbaren Aussicht überwältigt die sich vor mir auftut. Auf der anderen Seite des Sees funkeln schneebedeckte Bergspitzen im Sonnenlicht. Von der Magie des Ortes ergriffen, laufe ich den Hügel hinunter in das noch schlafende Kaslo und versuche die Stimmung in mir aufzusaugen wie ein Schwamm. Bald machen die ersten Geschäfte auf, ich schaue mich um, ergattere einige Zimtrollen und eile wieder den Berg hinauf zu Wanjas rotem Haus.

Wanja und Krishna sitzen bereits am Frühstückstisch. Die Erzählungen des gestrigen Abend werden fortgesetzt, ich werde in eine andere Welt entführt: viele der Geschichten aus Wanjas Büchern erwachen zu neuem Leben, ich lausche wie gebannt und bin fasziniert, lerne in jeder Sekunde dazu.

Nach dem Mittagessen in einem Lokal in Kaslo, fahre ich Wanja wieder nach Hause, sie hat heute noch eine Einweihung und Unterricht zu geben. Spontan fragt sie mich ob ich nicht daran teilhaben möchte – ich bin überwältigt und sage freudejauchzend zu. Sie nimmt mich bei der Hand und ehe ich mich versehe, sitze ich auf einem Stuhl in ihrem Wohnzimmer, Wanja stellt sich hinter mich, ich schliesse die Augen – als ich sie wieder öffne, lächelt sie mir zu.

Bald darauf befinde ich mich auf der Massageliege in ihrem Reikiraum, ein leicht abgetrennter Teil ihrer Wohnküche. Während ihr Reikischüler Bruce mich behandelt, nehme ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Sinnen Wanjas Anleitungen und Erklärungen auf, mein Glück kaum fassend.

Gegen Abend ziehen sich Wanja und Krishna auf die von blühendem Flieder umgebene Terasse zurück, während Bruce und ich das Abendessen vorbereiten, Geschenke werden ausgetauscht. Von nun an begleitet uns der Stoffbär, den Wanja Krishna zum Geburtstag geschenkt hat als Maskottchen auf unseren Wegen. Ein lehrreicher Tag neigt sich dem Ende.

British Columbia

Nach dem Mittagessen brechen wir wieder auf, vorbei an den Obstmärkten, die in der von Salbeibüschen übersäten Halbwüste bei Vernon gelegen sind. Ein grauer Schleier hängt in der Luft, wahrscheinlich von den Waldbränden die gerade hier grassieren, leichter Regen setzt ein.

Die Fahrt führt uns entlang einer tiefen Schlucht hinauf in Richtung Lilloet. Zahlreiche Male überqueren wir den Fluß, der sich durch den Abgrund schlängelt auf schmalen, einspurigen Holzbrücken, das fröhlich plätschernde, eisblaue Wasser begleitet uns fast bis in die Hochebene.

Die dann folgende Abfahrt nach Pemberton ist nichts für ängstliche Gemüter, Wanja hatte schon ein verschmitztes Lächeln im Gesicht, als sie uns Tipps für die Abfahrt gegeben hat. Wir wissen jetzt warum: Meilenlang geht es steil auf der sich durch die Berge windenden Strasse abwärts, der Fuß scheint am Bremspedal zu kleben. Zum Glück ist hier wenig Verkehr und wir können unseren Augen kaum trauen als uns der erste Bär begegnet, der bei unserer Anfahrt allerdings schnell in den Büschen verschwindet. Und dann erreichen wir endlich das Ortsschild von Pemberton, nach über 10 Stunden Fahrt.

Lars ist bald gefunden, wir freuen uns nun endlich als vollständiger Trupp die Reise fortsetzen zu können. Michelle und Wanjas Sohn Martin bewirten uns fürstlich und nach dem ersten Kennenlernen bin ich glücklich das Zimmer einer kleinen Pension beziehen zu können. Das erste Bett seit Deutschland, ich lasse mich selig hineinfallen.

Am nächsten Morgen bewundere ich die vielen Indianischen Kunstgegenstände, die sich in der Pension befinden. Alles ausgewählte Stücke von Künstlern aus der Umgebung, wie mir die deutschstämmige Bed & Breakfast Betreiberin erklärt. Ich kaufe mir ein kleines Andenken, viel Zeit zu reden bleibt nicht, Michelle steht schon vor der Tür, um uns zu den in-SHUCK-ch days zu fahren.

Eine staubige, unbefestigte Strasse entlang des Sees zu Füssen des Mt Currie führt uns zu der Schule des Indianerreservats in dem die Veranstaltung stattfinden wird. Wir begeben uns in die Turnhalle und nehmen mit den vielen First Nations auf der Tribüne Platz.

Grandfather wolf dancing
Grandfather wolf dancing

Tief berührt von vielen Gesprächen, sehe ich in den Himmel und beobachte die Wolkenformation eines Kanufahrenden Indianers, wie er über das Firmament gleitet. Ein Flashback jagt den nächsten, mir scheint die Umgebung lässt mich teilhaben an Geschichten aus längst vergangenen Tagen und nebenher lernen wir wie man Körbe aus Zedernholz flechtet, probieren Xusum Eis, das aus dem Schlagen des Saftes der gleichnamigen Frucht hergestellt wird, essen Moosestew (Elcheintopf), basteln Traumfänger und schauen bei dem beliebten Bonegame zu.

Es wird dunkel, Zeit wieder aufzubrechen. Ich erfahre, dass man bei der Zeremonie sein Erstlingswerk an jemanden verschenkt und entscheide mich meinen Traumfänger an die Frau von Gerald, dem Wolfstänzer zu geben, sie hatte mir so wunderbare Geschichten aus Ihrem Leben erzählt.

Auf der Rückfahrt machen wir einen Abstecher zu den St Agnes Hot Springs, die auf dem Weg liegen. Ein Bär überquert die Strasse, nur 100 m weiter biegen wir in die Einfahrt ein und lassen uns mitten im Wald in den „Hot Tubs“ vom Thermalwasser umhüllen, die Sterne leuchten über uns.

Diesmal bekomme ich ein Zimmer im Pemberton Hotel, der freundliche Sikh am Empfang sagt mir noch: „Such a happy lady, I’ll give you the most beautiful room“. Ich lache und ja, auch wenn unendlich viele innere Prozesse in den letzten zwei Tagen angestossen wurden: ich bin unendlich glücklich, so glücklich wie vielleicht noch nie zuvor.

Reisebericht Lars USA

Unsere Reise führte uns nun von Pemberton in den Rocky Mountains über Whistler und Van-couver (die beiden Orte der Olympischen Winterspiele) nach Victoria auf Vancouver Island. Martin, Wanja Twans Sohn, hatte uns vorgeschlagen die schöne Küste Washingtons entlang zu fahren, um dann auf dem Highway quer durch Washington nach Idaho zum Coeur D’Alene zu gelangen.

In Victoria hatten wir ein paar Stunden Zeit zum Bummeln. Die Überfahrt nach Port Angeles (USA) bescherte uns dann ein unglaubliches Naturschauspiel.

Fähre

In den USA angekommen fuhren wir in Richtung Westen nach Neah Bay im Reservat der Makah. Geplant hatten wir das nicht, aber ein Tipp meiner Tochter ließ Interessantes erwarten. Die Küste wurde immer bizarrer und unsere Suche nach einer Unterkunft immer schwieriger. Doch dank Reiki – Krishna saß mit geschlossenen Augen auf dem Beifahrersitz und … – ergab sich ein nahezu perfektes Arrangement. Wir gelangten zu einer älteren Makah, die zweifellos eine führendere Rolle im Stamm spielte, fanden drei Gästezimmer vor und eine Einladung zu einem Tanz- und Kostümrehearsal. Nachdem wir den Veranstaltungsort vergeblich suchten, fuhr ein Pickup vor und brachte uns kurzerhand dorthin. Die Darbietungen beeindruckten mich sehr, wenn auch nicht ganz so wie in Canada. Unsere Gastgeberin tanzte unter anderem in der Maske des „Thunderbird“.

raven

Wir besuchten das berühmte Makah-Museum (Makah Cultural and Research Center) und wanderten zum nordwestlichsten Punkt der USA, Cap Flattery. Nach zwei Nächten brachen wir auf in Richtung Süden. Auf unserem Weg nach Ocean City hielten wir einige Male an, um die Küste z. B. am Ruby Beach zu bestaunen.

Küste

Außerdem durchfuhren wir Forks (aus den ‚Biss‘-Romanen), entdeckten aber zu unserem Glück keine Vampire.

In Ocean Shore mieteten wir noch einmal Zimmer mit Meerblick und ich genoss einen traumhaften Untergang der Sonne im Pazifik. Danach gingen wir italienisch Essen. Unser Spaß dort war enorm, das Essen skuril. Bevor wir am nächsten Tag weiter fuhren, nutzten Astrid und ich noch die Gelegenheit für einen Ausritt entlang des nebligen Pazifikstrandes. Mit einer Übernachtung in einem typisch amerikanischen Motel durchquerten wir den Bundessaat Washington und stiegen in Spokane in ein Shuttle zum OGM-Camp um. Der Lake Coeur D’Alene soll einer der schönsten Seen der USA sein. Und er hat mich wirklich beeindruckt.

See

Im Camp N-Sid-Sen (indianisch für ‚inspiration place‘) wohnte ich vier Nächte mit zwei amerikanischen Meister-Kandidaten in einer ‚Cabin‘. Während der fünf intensiven OGM-Tage wurde viel geredet und diskutiert, behandelt und getanzt, gesungen, gelacht und geweint. Vor allem aber entstand eine unglaubliche Energie, eine Energie, die in mir eine Ruhe wachsen ließ, die ich so bisher noch nicht kannte. Und diese Ruhe ist auch nach einem halben Jahr noch in mir spürbar. Wir lernten Menschen aus der ganzen Welt kennen, faszinierende und individuelle Persönlichkeiten der unterschiedlichsten Art. Menschen, denen Reiki das Leben in allen nur erdenklichen Richtungen bereichert. Ich spürte große Demut und Hingabe.

Ich freue mich schon auf das OGM 2011 in Arizona.